Mai 1994

 

 

Soldaten der PzPiKp150

machen das Sondermunitionslager Bellersdorf dem Erdboden gleich.

 

 

31.Mai 1994:

Ein ohrenbetäubender Donnerschlag zerreißt die Stille im Bellersdorfer Forst. Sekundenbruchteile später steigt eine Staubwolke in den Himmel über dem ehemaligen Munitionsdepot und beginnt sich gleich darauf in der klaren Luft aufzulösen. Wie durch einen einzigen Axthieb gefällt, neigt sich pünktlich um 17.00 Uhr der erste Wachturm zur Seite.

3280 Gramm Nitropenta haben ihre Wirkung getan“.

Zitat Herborner Echo (hk) vom 1. Juni 1994

 

Die ein paar Tage später erfolgte Sprengung des Hauptturms verlief dann nicht ganz so problemlos und forderte das ganze Können der Pioniere. Die vorberechnete Ladung konnte zunächst die im Beton verbauten starken Stahlarmierungen des Turms nicht durchtrennen. Dies gelang erst in einem weiteren Anlauf.

Für die Soldaten der PzPiKp 150 waren diese Arbeiten, die bis ca. Mitte Juni 1994 anhielten, eine gute Gelegenheit der praxisorientierten Ausbildung. Das Sondermunitions- lager aber, das seit dem 14.11.1967 von Soldaten des TrspBtlSw 83 und späteren NschBtlSw 320 lückenlos rund um die Uhr bewacht wurde, war endgültig Geschichte. Außer einer hölzernen Erinnerungstafel im früheren Eingangsbereich erinnert heute nichts mehr an die vormals brisante militärische Bestimmung. Das Gelände dient nunmehr dem Lahn-Dill-Kreis als Erdlager.