Vor 25 Jahren : Das Ende des Kalten Krieges

Eine Chronologie

 

Bernhard Gorholt

 

19. November 1990: 22 Staaten der NATO und des ehemaligen Warschauer Pakts besiegelten auf der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) mit der sogen. „Charta von Paris“ formell das Ende des Kalten Krieges. Gleichzeitig verabschiedeten sie

 

Das Abkommen über konventionelle Streitkräfte in Europa ( KSE - Vertrag)

Es war das bis dahin umfassendste Abrüstungs- und Rüstungskontrollabkommen für konventionelle Waffen. Erstmals gelang es, durch asymmetrische Reduktionen bei den konventionellen Hauptwaffensystemen gleiche Obergrenzen zwischen NATO und Warschauer Pakt herzustellen. So konnte mittels quantitativer Parität die bis dahin dominierende Fähigkeit des Warschauer Pakts zu Überraschungsangriffen und raumgreifenden Offensiven beseitigt werden.

Taktische Atomwaffen waren zwar kein offizieller Verhandlungsgegenstand, waren jedoch im Hintergrund der Verhandlungen stets präsent. Da für die NATO die vorangegangene Herstellung konventioneller Stabilität immer das entscheidende Kriterium für den Verzicht auf ihre nuklearen Kurzstreckensysteme war, stand nunmehr auch dem Abbau dieser Waffen nichts mehr im Wege.

Die KSZE-Staaten gaben hierzu u.a. die folgende Erklärung ab:

 

Sie (die Unterzeichner-Staaten) verpflichten sich, nur solche Potentiale aufrechtzuerhalten, die zur Kriegsverhütung und für eine wirksame Verteidigung notwendig sind“. Und „Sie begrüßen die Aussicht auf neue Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion über die Reduzierung ihrer nuklearen Kurzstreckensysteme“ .

Quelle: Wörterbuch zur Sicherheitspolitik, Anhang KSZE-Gipfel v. 19.11.1990

 

Die deutsche Reaktion

30. Januar 1991: Bundeskanzler Helmut Kohl vor dem Deutschen Bundestag: „Die veränderte sicherheitspolitische Lage auf dem Kontingent erlaubt jetzt die Beseitigung der landgestützten nuklearen Kurzstreckenraketen sowie der nuklearen Artilleriemunition in ganz Europa“.-

Quelle: Archiv Konrad-Adenauer-Stiftung

 

Ende 1991: Das Aus für nukleare Kurzstreckensysteme in Europa.

Die Sowjetunion stand kurz vor ihrer Auflösung (31.12.1991). Präsident George H.W. Bush und Präsident Michail Gorbatschow vereinbarten in gegenseitig verbindlichen Zusagen (sogen. Presidential Nuclear Initiaves / PNI) die wechselseitige Abrüstung ihrer taktischen Atomwaffen in Europa. Beide Seiten begannen sofort mit dem Abzug dieser Waffen.

Quelle: Stiftung Wissenschaft und Politik, Mai 2011. Michel Paul: Neustart 2.0 zur Abrüstung substrategischer Waffen

 

18.06.1993: Außerdienststellung des NschBtl Sw 320. Das Sondermunitionslager Bellersrdorf wurde in 1992 geräumt und die Soldaten der 96th OrdCo und der 557th USAAG hatten den Standort Herbornseelbach bereits verlassen.